Close
Loading the player ...
Avery Dennison® Portfolio für BS 5609
Close
Loading the player ...
Etiketten für Fässer

Etikettierung entsprechend der BS 5609 Norm Häufig gestellte Fragen

BS5609-compliant-labelling

F: Beförderung von Gefahrstoffen: Warum gibt es Vorschriften?

Ölaustritte und Chemikalien-Lecks beim Entladen von Gütern sind immer noch aktuelle und heftig umstrittene Themen, wenn es um den Transport von chemischen Stoffen geht. Die Implementierung strenger Beförderungsvorschriften schützt Gesundheit und Umwelt und erhöht die Sicherheit. Diese international geltenden Vorschriften geben auch klare Normen und Anforderungen für Etiketten und Etikettenmaterialien vor. Eine Direkt-Etikettierung auf der Verpackung zeigt die enthaltene Substanz an und dient als erster Hinweis auf einen gefährlichen Stoff. Um den Vorgaben zu entsprechen, muss das Risiko jederzeit erkennbar und durch speziell ausgebildete Fachkräfte, welche mit den chemischen Stoffen in den Behältern umgehen, leicht zu identifizieren sein. Das trifft auch zu, wenn das Fass oder der Behälter mit der Chemikalie aus dem Meer geborgen wird.
 

F: Was impliziert eine Zertifizierung nach British Standard 5609 (BS 5609)?

Die British Standard 5609 Norm ist in der Etikettenindustrie weithin anerkannt als das umfassendste Testprotokoll für bedruckte Etiketten. Zudem setzt die Norm bekanntermaßen einen der höchsten Standards für die Haltbarkeit von Etiketten. Sie regelt Spezifikationen und Testmethoden, um festzustellen, ob selbstklebende, Klebstoff-beschichtete Etiketten auch dem salzigen Seewasser standhalten. Die Norm umfasst vier Kategorien und gliedert sich in zwei technische Abschnitte:

  • Sektion zwei befasst sich mit dem Basismaterial der selbstklebenden, Klebstoff- beschichteten Etiketten - der Obermaterial/Klebstoff-Kombination. Das Etikettenmaterial wird drei Monate lang im Meerwasser gelagert, um die Funktion des Etiketts unter diesen Bedingungen zu prüfen.
  • Sektion drei befasst sich mit den fertig bedruckten, selbstklebenden und Klebstoff-beschichteten Etiketten - es geht hier also auch um Druckfarben, Farbbänder und Farbsysteme, mit denen die gemäß Sektion zwei zertifizierten Materialien bearbeitet werden. Die bedruckten Etiketten werden auf Druckeffektivität, Leserlichkeit, Haltbarkeit des Drucks, Abriebfestigkeit und Verwitterung durch Licht, Salztröpfchen und Sand geprüft..


Q: Wie fügt sich die Norm BS 5609 in die internationalen und europäischen Behördenrichtlinien?

TDie BS 5609 Norm und seine Wurzeln sind vor dem Hintergrund zweier Verordnungen zu sehen: das „Globally Harmonised System” (GHS) der Vereinten Nationen und der „International Maritime Dangerous Goods Code” (IMDG) der International Maritime Organization.

.Aufgrund der internationalen Einführung des GHS müssen Etiketten bestimmte, universell geltende Elemente enthalten, welche auf Gefahren und Sicherheitsrisiken hinweisen und Piktogramme anzeigen. Nur so kann ein korrekter Umgang mit gefährlichen Chemikalien weltweit gewährleistet werden.

Der IMDG Code ist ein global geltendes System, das von der International Maritime Organization entwickelt wurde, um die sichere Beförderung von Gefahrgut auf dem Seeweg zu regeln. Der IMDG bestimmt zudem, dass Etiketten auf Gefahrgut bestimmte Haltbarkeitsstandards zu erfüllen haben, damit sie auch den rauen Bedingungen auf See standhalten. Insbesondere verlangt der IMDG, dass Etiketten auch intakt bleiben, wenn sie sich über drei Monate im Meer befanden. Im Rahmen von BS 5609 wird das Material auf diese Anforderungen hin geprüft und der Code setzt Haltbarkeitsstandards für bedruckte, selbstklebende, Klebstoff-beschichtete Etiketten, die bei der Beförderung auf Seeschiffen verwendet werden.


 

Q: Welche Anforderungen müssen Etiketten bei der Beförderung gemäß GHS erfüllen?

Das GHS ist eine allgemeine Verordnung zur Klassifizierung chemischer Stoffe. Auch die Verpackungs- und Etikettenanforderungen werden dargelegt.

Ein ordnungsgemäßes GHS-Etikett muss Folgendes aufweisen:

  • Gefahrenpiktogramme (roter Rahmen, rautenförmig)
  • Signalwörter – entweder GEFAHR oder ACHTUNG
  • Gefahrenhinweise (Hazard Statements, H-Statements)
  • Sicherheitshinweise (Precautionary statements, P-Statements)
  • Produktkennzeichnung (Bezeichnung, CAS Nr. usw.)
  • Name des Lieferanten und Kontaktdaten


Q: Welche Anforderungen müssen Etiketten bei der Beförderung gemäß IMDG erfüllen?

Der IMDG Code (International Maritime Dangerous Goods) regelt alle Aspekte eines sicheren Transports von Gefahren- und Meeresschadstoffen auf dem Seeweg. Der ursprünglich erarbeitete IMDG Code wurde den staatlichen Stellen als Basis für nationale Verordnungen empfohlen. Nach einigen Änderungen ist der Code nun verpflichtend. Er bildet die Basis für detaillierte Empfehlungen zu einzelnen Substanzen, Materialien und Artikeln - empfohlene Betriebsprozesse, einschließlich Beratung zu Terminologie, Verpackung und Etikettierung, Empfehlungen zur Lagerung, gesonderten Verwahrung und Handhabung sowie Notfallmaßnahmen.1

Gase der klasse 2Mit Schwerpunkt auf die Etikettierung klassifiziert IMDG Gefahrenstoffe nach ihren Eigenschaften, um zu bestimmen, wie sie gehandhabt, verpackt, verladen, transportiert, entladen und gelagert werden müssen. Ziel ist die Minimierung von Umweltschäden und Sicherheitsrisiken durch Behältnisse mit Chemikalien, die auf See über Bord gehen oder beschädigt werden: Wird ein solcher Behälter ans Ufer gespült, bleibt sein BS 5609-zertifiziertes Etikett intakt und liefert wichtige Informationen zum Umgang mit dem Inhalt.

Im Rahmen des IMDG werden Chemikalien nach dem IMO-Klassifizierungssystem eingeordnet. Es gibt neun Gefahrenklassen, jeder ist ein eigenes zweifarbiges, rautenförmiges Etikett verpflichtend zugeordnet. Ebenso wichtig wie eine ordnungsgemäße Klassifizierung ist es, die Information jederzeit lesen zu können. Sowohl GHS als auch IMDG verlangen Etiketten, welche den extremen Bedingungen auf See standhalten – gefordert ist etwa eine Beständigkeit gegen Seewasser und Sonneneinstrahlung.

Auch wenn das Fass oder der Behälter mit der Chemikalie aus dem Meer geborgen wird, sollte das Etikett lesbar sein:

“...so dass diese Gefahrzettel auf den Versandstücken noch erkennbar sind, wenn diese sich mindestens drei Monate im Seewasser befunden haben.”

IMDG Code Kapitel 5.2 Etikettierung von Verpackungen einschließlich Verordnung 7 IBC für Etiketten (5.2.2.2.1.7)

Um die Anforderungen von GHS und IMDG zu erfüllen, wurde von der British Standards Institution das Prüfprotokoll des British Standard 5609 (BS 5609) entwickelt. Außerdem wird seitens der Etikettenverarbeiter oder Endnutzer die BS 5609 Compliance manchmal angefordert, wenn besonders haltbare Etiketten benötigt werden - auch wenn eine Beförderung auf dem Seeweg nicht geplant ist.

1. Quelle: IMDG code